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  • bert brandstetter

Alois Kreinecker (1938 - 2018) Leondinger Urgestein

Die Sonntagsmesse, der Stammtisch, der Besuch der Familie am Nachmittag und das Kartenspiel am Abend. Das war der sonntägliche Lebensrhythmus von Franz Kreinecker bis zum Tag vor seinem Tod. Die klare Ordnung war es, die das Leben des ältesten von 9 Leondinger Bauernkindern bestimmt hat. Die Ordnung, die Treue zu Prinzipien, aber auch die unbedingte Hingabe zur Kultur waren die Eckpfeiler in Kreineckers Leben, das beruflich ganz im Dienste der Pädagogik gestanden war. Zuerst Volksschul-, später Hauptschullehrer und dann viele Jahre Direktor, in Doppl und später in Leonding. Letztere Schule wandelte er mit viel Herzblut in eine Musikhauptschule um. Und auch dort die bereits erwähnte Charakterisierung des Verstorbenen: durchaus fordernd und streng, sehr konsequent, wegen seiner Gerechtigkeit aber hochgeschätzt. Bürgermeister Walter Brunner findet nur positive Worte über den „verdienten Leondinger“, der wegen seiner Leistungen mit dem Ehrenring ausgezeichnet und zum Ehrenbürger erhoben wurde. Nicht von ungefähr: 24 Jahre gehörte Kreinecker dem Leondinger Gemeinderat an, 20 Jahre davon als ÖVP-Vizebürgermeister. Kurz streifte ihn auch die hohe Landespolitik: weil der spätere Landeshauptmann Josef Pühringer 1987 als Landesrat in die Regierung einzog, wurde dessen Platz als Abgeordneter frei und bis 1991 von Alois Kreinecker besetzt. Und auch dort dasselbe Urteil: „ein geradliniger und prinzipientreuer Mandatar“, wie es Gottfried Kneifel, der damalige Pressereferent formuliert. „Immer stellte Kreinecker in seinen Reden den Bezug zum Grundsatzprogramm der ÖVP her und vermied damit jegliche Oberflächlichkeit“, erinnert sich Kneifel noch heute. Als „politischen Brückenbauer“ bezeichnet Kreinecker sein Vorgänger Josef Pühringer, weil dieser politische Differenzen nie zum Zank ausarten ließ, sondern immer den persönlichen Draht zum Kontrahenten lebendig halten wollte. Dann nochmals die Musik: der Chorgesang hatte es ihm vor allem angetan. Als Bassist sang er mit, wo immer es ihm möglich war: beim Männerchor, den er mit dem früheren Chorleiter Alois Harrer in einen gemischten Chor umformte, dann bei der Liedertafel unter Uwe Christian Harrer. Obmann der Formation war, wie konnte es anders sein, jeweils Alois Kreinecker. Sein Requiem am kommenden Dienstag wird daher auch der Männerchor Leonding musikalisch gestalten. „Legendär waren die von ihm organisierten Chorreisen“, blickt Chorleiter Prof. Uwe Harrer auf die Höhepunkte zurück. Wobei Kreinecker solche Chorreisen auch für den damaligen Bachlchor austüftelte und durchführte. Zwei seiner vier Kinder dürfte Kreinecker, der seit einigen Jahren verwitwet war, mit dem Lehrer-Gen angesteckt haben, auch drei der acht Enkel sind ausgebildete Pädagogen. Um den Verstorbenen trauern weiters bereits drei Urenkelkinder.


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