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  • bert brandstetter

Adolf Putz (1940 - 2018) Lebenslanges Engagement am Ufer der Donau

Der rote Faden im Leben des langjährigen Bürgermeisters von Aschach war die Donau. An ihrem Ufer stand sein Elternhaus, mit der Donau verband den gelernten Elektriker die damalige DoKW als Arbeitgeber im Kraftwerk Aschach und auf der Donau fand er auch immer wieder viele Stunden der Erholung. „Einmal nahm er sich fünf Tage Zeit, um mit mir und einem Freund auf einem motorbetriebenen Schlauchboot von Regensburg bis Aschach zu fahren“, erzählt Sohn Adolf. „Zu paddeln und zu campen, das war sein Lebenselixier“. Wie überhaupt sich Adolf Putz möglichst viel Zeit nahm, um sie mit der Tochter und den beiden Söhnen zu verbringen, die er mit Gattin Irmi bekommen hatte. 57 Jahre waren die beiden verheiratet, seine große Freude war bis zuletzt die Familie mit den inzwischen acht Enkelkindern, sagen seine Angehörigen. Das Herz des Adolf Putz reichte aber sehr viel weiter als bis an die Grenzen seiner Familie. Weil er schon immer ein „Kümmerer“ war, wie Sohn Adolf sagt, ließ er sich bereits 1967 für den Gemeinderat aufstellen. Ab 1982 vertrat er die SPÖ als 1. Vizebürgermeister im Vorstand, von 1984 an war er 19 Jahre lang Bürgermeister. „Er war ein Superchef, ich habe ihn keinen einzigen Tag grantig erlebt, er war herzlich und gut und versuchte immer, es allen Recht zu machen“, streut ihm Karin Rathmayr vom Gemeindeamt Rosen. Erich Pilsner, der Bezirksvorsitzende der SPÖ, bezeichnet Putz sogar als sein politisches Vorbild wegen seiner „väterlichen und hemdsärmeligen Art“, Politik zu machen. Putz sei ein exzellenter Zuhörer gewesen und er habe sein Ohr nicht nur den Mitgliedern seiner Partei geschenkt. Sein Zauberwort sei es gewesen, „gemeinsam was weiter zu bringen, und zwar quer über alle Parteigrenzen hinweg“. Pilsner meint sogar, „Putz hat die Gemeinde Aschach als seine Familie betrachtet“. Vertieft wird diese Einschätzung im Kondolenzbuch des Bestatters für Adolf Putz, wo der Seniorenbund der ÖVP Hartkirchen schreibt: „Danke für das kollegiale Miteinander unserer Ortsgruppen!“ So als ob Putz neben Familie, Beruf und Politik nicht schon genug zu tun gehabt hätte, war er regelmäßig als Bass-Flügel-Hornist in der Marktmusikkapelle zu sehen und zu hören. „Sogar als seine erste Herzoperation bereits terminisiert war, spielte er zu Allerheiligen noch mit“, sagt sein Sohn, der den Vater eigentlich kaum einmal über irgendwelche Wehwehchen klagen hörte. Nach seinem Rücktritt als Bürgermeister im Jahr 2003 fand Putz eine weitere Erfüllung als Obmann des Pensionistenverbandes, bereits lange vor seiner politischen Karriere gründete er 1975 in seiner Gemeinde eine Sektion der Kinderfreunde. Aus Aschach bewegte sich Putz eher ungern fort. Weder politisch, indem er etwa auf ein höheres Amt geschielt hätte, noch auch privat. Ganz selten wurde er der Donau untreu, aber wenn, dann nur, um mit seinen Lieben an einem anderen Gewässer zu campen, etwa an seinem geliebten Faaker See in Kärnten. Seit November 2018 verbrachte Putz 101 Tage im Krankenhaus, wurde dort wegen seiner Geduld rasch zu einem „Lieblingspatienten“, aber selbst mehrere Operationen am Herzen konnten ihm die Gesundheit nicht mehr zurückgeben.


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